Familienaufstellung
Unter Familienaufstellung versteht man einen Unterbereich der systemischen Therapie. In diesem Verfahren wird die Familie aufgestellt, indem Stellvertreter für das jeweilige Mitglied der Familie ausgewählt werden. Diese Mitglieder werden dann vom Aufsteller, dem , der ein Problem oder seine Familie aufstellen möchte, so positioniert wie sie nach seiner persönlichen Wahrnehmung zueinander stehen. Dieses System kann vom Therapeuten oder der Therapeutin dann gedeutet werden.
Der Leiter oder Therapeut kann anschließend über die aufgestellte Familiensituation sprechen und ein System aufstellen, das es dem Patienten erlaubt zu heilen und mit sich ins Reine zu kommen.
Historische Entwicklung
Die Technik der Familienaufstellung ist eine Therapieform, die es noch nicht sehr lange in dieser Form gibt. Ursprünglich geht jegliche Form der Psychologie auf Sigmund Freud zurück, der noch die Wurzel allen Übels in dem Verhältnis des Individuums zu Vater und Mutter sah. Dieses Bild, das der Patient im Mittelpunkt aller therapeutischen Bestrebungen stehen sollte, hielt sich über Jahrhunderte. Nur die Wahrnehmung der Therapie am Einzelnen veränderte sich: So wurde von der Untersuchung der Vergangenheit des Klienten die Wahrnehmung auf die Untersuchung der Gegenwart verändert.
Die Verhaltens- und Gesprächstherapeutischen Formen von Psychotherapie wurden gebräuchlich.
Später wurde der Mensch als Teil des Familiensystems gesehen. Kurt Ludewig, Thea Schönfelder vom Klinikum Hamburg - Eppendorf begannen mit den Patienten ihre Stellung in der Familie zu erarbeiten. Die Therapeuten nutzten hierfür das sogenannte Familienbrett, wo sie mit Hilfe von Holzfiguren die Stellung der Familenmitglieder zueinander beleuchten konnten.
Doch beschränkte sich diese Sicht nur auf eine Generation. Die Mehrgenerationensicht wie sie in der heutigen Familientherapie nach systemischen Aspekten praktiziert wird ist erst seit wenigen Jahrzehnten in der Anwendung.
Erst mit Virginia Satir veränderte sich die Wahrnehmung des Klienten - vom Einzelnen zum Teil einer Gruppe bzw eines Systems:
Bekannte Größen der Therapieform Famlienaufstellung
Virginia Satir, die seit den 1960er mit Familienskulpuren arbeitet legte den Grundstein für diese neue Form der Therapie. Erstmals war es denkbar, den Patienten nicht als einziges zu behandelndes Objekt zu sehen, sondern den Klienten als Teil eines Systems zu begreifen, das sich permanent auf das eigene Leben auswirkt. Sie war die erste, die erkannte, das sich auch Konflikte, Probleme und seelische Nöte durch die Generationen weiter vererben, und das sich diese auf das seelische Gleichgewicht des Einzelnen auswirken. Zudem erkannte sie, dass jede Familie eine ureigenen Dynamik hat, die sich im darstellenden Prozess manifestieren lässt.
Diese Wahrnehmung inspirierte Hellinger zu den Verfahren der Familienaufstellung:Der Ursprung der Aufstellung in ihrer heute praktizierten Form geht auf Bert Hellinger zurück. Er beschrieb in den Büchern die er schrieb erstmals wie ein solches Familiensystem aussehen kann und wie eine gesunde Lösung der systemischen Probleme gestaltet werden kann. Er ist Autor zahlreicher Bücher. Hellinger erklärte, dass sich die Aufgestellten im sogenannten "wissenden Feld" befinden, wodurch sie in der Lage sind sich in die Wahrnehmung derer einzufühlen, deren Position sie einnehmen. So können sie sich im Namen der Personen äußeren, die sie darstellen.
Hellinger gilt als der erste Vertreter der Familienaufstellung im deutschsprachigen Raum, jedoch baute er die Arbeit von : Ruth McClendon und Leslie B. Kadis aus Kalifornien weiter aus, bei denen er die Technik des Familienstellen erlernte.
Wozu dient eine Aufstellung?
Die Aufstellung ist eine Hilfe um zu verstehen welche Rolle innerhalb des Familiensystems eingenommen wird und welche Folgen das für das eigene Leben und die eigene psychische Verfassung haben kann. Durch eine Aufstellung werden alte Probleme, vererbte Nöte und Verstrickungen aufgedeckt und können aufgelöst werden. Dinge die zuvor undenkbar schienen werden nun möglich, da eine Befreiung aus der Vergangenheit eingetreten ist. Indem die Ordnung hinter den familären Strukturen erkannt und wiederhergestellt wird wird eine Gesundung oder Besserung der Probleme erzielt.
Die Aufstellung dient dazu Probleme zu erhellen, die sich allein aus der eigenen Biografie des Patienten nicht erklären lassen.
Nicht nur die eigene Familie kann aufgestellt werden, auch Firmen oder besondere Probleme kann man aufstellen. So kann die eigene Depression ebenso aufgestellt werden, wie das Mobbing Problem in einer Firma oder die Probleme mit den Umsatzeinbrüchen können aufgestellt werden. So kann ergründet werden, was hinter den Sorgen und Nöten steht.
Somit ist die Aufstellungsarbeit hilfreich bei:
Konflikten mit dem Partner oder der Partnerin
Konflike mit Eltern
Wiederkehrende Probleme
Wiederholtes Scheitern im privaten oder beruflichen Bereich
Bei seelischen oder körperlichen Störungen oder Erkrankungen
Abgrenzungsprobleme
Kontaktschwierigkeiten
Das Gefühl sich suchend zu fühlen, zum Teil auch Suchttendenzen
Übermäßige Genauigkeit
Redeangst
Bei Gefühlen von Hemmung, unbestimmten Unwohlsein oder unbestimmten Ängsten und Depressionen
Auch viele anderen, undefinierten Probleme können in der systemischen Therapie beleuchet und gelöst werden, hierfür ist es ratsam dies mit dem Therapeuten zu besprechen.
Ziel der Aufstellung
Das Ziel einer Aufstellung ist es, einen Blick von außen auf das Familien System zu erhalten. Indem Du genau siehst welches Mitglied wo steht - und warum dies so der Fall ist, kannst Du die Konflikte die Dich in Deinem Leben behindern erkennen und beseitigen.
Das Ziel ist Probleme die seit Generationen weiter getragen werden aufzulösen und damit die eigenen Lebenssituationen meistern zu können. Meist liegen schwere Einschnitte in den vorangegangenen Generationen vor, wenn sich der Aufstellende im Leben nicht zurechtfindet oder sehr unwohl fühlt.
Voraussetzung zur Teilnahme
Generell gibt es keine einheitlichen Vorschriften in welchem Zustand eine Teilnahme angeraten werden kann. Jedoch sollte in jedem Fall eine Bereitschaft vorhanden sein sich mit sich und den Emotionen die aufkommen auseinander zu setzen. Auch für die Teilnehmer, die sich als Stellvertreter zur Verfügung stellen ist ein Minimum an Belastbarkeit von großer Wichtigkeit, da die aufkommenden Emotionen ausgehalten und ausgedrückt werden sollten.
Auch die körperliche Belastbarkeit sollte vorhanden sein, so können die Aufsteller ebenso wie die Aufgestellten körperliche Eindrücke erfahren, die es nötig machen, dass Belastbarkeit vorhanden ist. Auch der Prozess erfordert eine minimale Belastbarkeit, da die Auseinandersetzung mit den Emotionen häufig anstrengt.
Ablauf einer Familienaufstellung
Unter http://www.youtube.com/watch?v=YGqyvP4pMpk kann man sich ein erstes Bild machen, wie eine Familienaufstellung ablaufen kann. Selbstverständlich gibt es keine universelle Definition, wie eine gute Aufstellung ablaufen sollte, darum ist nur ein exemplarischer Ablauf aufgelistet:
Zwar hat jeder Therapeut eine ihm eigene Handschrift und somit auch eigene Verfahren, jedoch verläuft eine Familienaufstellung in ihren Grundzügen immer nach dem gleichen Ablauf, der sich durch die jahrzehntelange Erfahrung als richtig erwiesen hat.
Zunächst kommt der Klient einige Tage oder Wochen vor der Aufstellung zum Leiter oder Therapeuten um die Vorbesprechung zu absolvieren. Hierbei findet eine umfassende Anamnese statt. Der Klient erläutert die Geschichte seiner Familie, welche Mitglieder es gibt, welche Personen verstorben sind, wie lange sie verstorben sind. Auch ob es besondere Vorkommnisse gibt, wie der überraschende Tod eines Mitgliedes, einen Selbstmord oder das Verschwinden eines Teils der Familie wird besprochen. Ein guter Therapeut klärt auch ab, welche aktuellen Behandlungen im Gange sind, versichert sich ob man in der Lage ist den ordnenden Prozess durchzuhalten.
Die Aufstellung an sich ist ein Gruppenprozess. Zumeist findet eine Aufstellung in Form eines Seminars statt, das ein ganzes Wochenende in Anspruch nimmt. Dort finden mehrere Aufstellungen nacheinander statt. Die Aufsteller haben dann die Möglichkeit mit Hilfe des oder der Therapeut /in aus den Anwesenden die Personen ihres Systems zu wählen. Er wählt sich nach und nach die betreffenden Personen. Meist werden auch tote Familienmitglieder mit aufgestellt, weil auch sie eine Aussage treffen können über ihre Gefühle, ihre Rolle im System und zu einer Lösung der Problematik beitragen können.
Sind die Mitglieder des Systems gewählt beginnt die eigentliche Arbeit. Immer wird eine Person gewählt und so gestellt, wie sich die Beziehung darstellt. Wichtig ist dabei keine objektive Darstellung sondern die Sicht des Individuums auf sein ganz persönliches, eigenes System. Hierbei gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten. Auch einen Stellvertreter für sich selbst kann der Aufstellende wählen und positionieren.
Nun bewegt er die Personen so lange hin und her innerhalb des Feldes, wie er es für richtig hält. Irgendwann stellt er fest, das das aufgestellte Bild seiner inneren Wahrnehmung entspricht. Entsprechend ihrer eigenen Position in dem System haben die Aufgestellten ihrerseits nun Empfindungen, die sie zum Ausdruck bringen. Anhand dieser Empfindungen wird das Problem bewusst.
Eine Feststellung ist meist überraschend: Häufig haben die Stellvertreter die selben Gefühle wie die Menschen, die sie verkörpern. Zum Beispiel Trauer, Wut, Angst oder Enttäuschung werden somit zum Ausdruck gebracht. Dies kommt allein durch die Stellung der Teilnehmer zueinander in den Aufgestellten zum Vorschein und ist das Resultat des Feldes in dem sie stehen. Die Stellvertreter haben nie eine Kenntnis über das System in dem sie aufgestellt werden, denn die Vorgespräche finden immer allein mit dem Therapeuten statt.
Ist der Aufstellende zufrieden entwickelt der Therapeut schrittweise eine Stellung der Familie mit ihren Mitgliedern, die einer gesunden Stellung entspricht. Meist gibt es auch einen Lösungssatz, der hilft vorhandene Probleme zu lösen. So könnte eine Stellvertreter Mutter verkünden, dass sie den Aufsteller nun zum ersten Mal wirklich sieht.
Ist die Familienaufstellung verlaufen, so findet in der Regel noch eine Nachbesprechung statt. Der Aufstellende kann so seine Eindrücke reflektieren und abgleichen mit den Wahrnehmungen der Zuschauer. Zudem werden emotionale Ausnahmesituationen therapeutisch und gruppendynamisch aufgefangen und können so zu einer Verbesserung der psychischen Situation führen.
Welche Personen sind wichtig für eine Familienaufstellung?
Nicht nur die eigenen Eltern und Großeltern sind wichtig. Manchmal liegen die eigenen Probleme auch in den Beziehung von einigen Generationen zuvor verborgen. So müssen auch Geschwister der Großeltern unter Umständen aufgestellt werden. Wichtig ist auch zu recherchieren ob es Besonderheit in der eigenen Familienhistorie gab:
Gibt es Kinder aus vorherigen Partnerschaften von Eltern und Großeltern. Eventuell auch Partnerschaften während der Ehe aus der Kinder hervorgegangen sind?
Auch tote Geschwister der Eltern und Großeltern sind wichtig - ebenso wie eigene tote Geschwister. Manchmal kann es dadurch geschehen sein, dass das ältere lebende Geschwisterkind auf dessen Platz versetzt wird, und somit die ursprüngliche Ordnung außer Kraft gesetzt wurde.
Harte Schicksale wie schwere Krankheiten, Adoption, Abtreibung, Selbstmord oder Kriegsvorkommnisse müssen ebenfalls in einer Aufstellung Manifestation finden, wenn sie für das Bild relevant sind. Verfolgung und Flucht sind ebenfalls wichtig.
Dementsprechend solltest Du vor dem Beginn der Aufstellung über die eigene Familie recherchieren. Auch die Gespräche mit Eltern und Großeltern können sehr befreiend und erhellend sein. Ist es doch oft das erste Mal, dass eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit stattfindet und das offen darüber gesprochen wird. So ist bereits die Vorarbeit oft der erste Schritt zu einer fruchtbaren und produktiven Familienaufstellung. Denn bereits im Vorfeld beginnt die Arbeit an der eigenen Familienbiografie.
Die eigene Familie muss man jedoch nicht mit zu den Aufstellungen nehmen. Sicherlich ist das in bestimmten Fällen immer möglich - doch zumeist rät der Therapeut oder die Therapeutin dazu sich mit den Stellvertretern auseinander zu setzen.
Dauer der Veranstaltung
Die Dauer einer Aufstellung oder einer Aufstellungreihe variiert stark. Zwischen einem bis drei Tagen kann sich die Dauer der Seminare erstrecken, je nachdem ob nur eine oder gleich mehrere Aufstellungen vollzogen werden sollen. Viele Seminarleiter suchen immer wieder Freiwillige, die sich in einem System als Stellvertreter aufstellen lassen.
Die Seminare können entweder als Wochenendseminar, als Inhouse Seminar für Firmen oder als nachmittags bzw. Abendveranstaltungen besucht werden. Zumeist wird geraume Zeit im voraus ein Vorgespräch absolviert in Zuge dessen die Familienstruktur analysiert werden kann.
Je nachdem wie viele Aufstellungen vollzogen werden sollen gestaltet sich auch die Dauer der Seminare. Ein eine einzelne Aufstellung nimmt meist eine bis drei Stunden in Anspruch, von Zeit zu Zeit ist aber auch eine längere Dauer angeraten.
Nach Absprache mit dem Therapeuten kann auch eine Aufstellung nur für den Klienten abgehalten werden. Dies erhöht zwar den Beratungssatz, der sich in Gruppenseminaren meist günstig gestaltet. Jedoch kann so eine alleinige Aufstellung dann sinnvoll sein, wenn es Einschränkungen in der Belastbarkeit gibt oder wenn der Klient Hemmungen verspürt sich einem Gruppenprozess, wie dieser an einem Wochenend - Seminar stattfindet, auszusetzen.
Die Therapeuten Suche
Zur Ausbildung zum systemischen Therapeuten gibt es keine gesetzlichen Vorschriften. Darum ist es wichtig sich vor dem Abschluss einer Aufstellungsvereinbarung über die Ausbildung des Therapeuten zu informieren. Das eigene Gefühl ist bei der Suche nach dem oder der geeigneten Aufsteller / in die beste Beratung.
Hilfe bietet http://www.familienaufstellung.org/, der Verband der systemischen Therapeuten. Hier findest Du Therapeuten, die den Anforderungen des Verbandes genügen und eine fundierte Ausbildung absolviert haben.
Links
http://de.wikipedia.org/wiki/Familienaufstellung
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/WISSENSCHAFTPSYCHOLOGIE/Familienaufstellung.shtml
http://www.familienaufstellung.org/
http://www.familienaufstellung.net/wp/
http://www.familienaufstellung.de/
http://www.familienstellen.org/
http://www.dgsf.org/themen/berufspolitik/hellinger.htm
http://www.religio.de/lex/Daten/F/familienaufstellung.html
http://www.familien-stellen.de/
http://www.sueddeutsche.de/wissen/teil-familienaufstellung-nach-hellinger-wenn-ahnen-krank-machen-1.863677
http://www.therapeuten.de/therapien/familienaufstellungen.htm
Ich möchte den Leuten mitteilen, das du meine liebe eine sehr tolle und gewissenhafte treue und ehrliche Frau und Freundin geworden bist, alles was du mir jemals (die letzten 2-3 Jahre) an Karten gelegt hast ist zu 95% eingetroffen, du begleitest mich nicht nur als Kartenlegerin sondern auch als Lebensberaterin, und Freundin deine Arbeit ist für mich sehr hilfreich, gibt mir Kraft und Freude, du hast immer ein Ohr für Probleme und Sorgen, auf Grund deiner Spiritualität gibst du vielen Menschen Kraft. Ich hoffe einige Menschen lesen das und kontaktieren dich. Vielen Dank für deine Hilfe und Gespräche.
Gabi aus München
Ich finde Zita ist unheimlich- unheimlich gut. Bis ins kleinste Detail hat Sie mir Voraussagen gemacht, die alle nach u. nach eintraffen. Sie ist einfach nur zum empfehlen!
Sylvia S. aus Troisdorf
Hallo Zita, danke für die professionelle Unterstützung. Es hilft mir sehr, wenn Du mit neuen und ganz überraschenden Aspekten auf meine Fragen antwortest. Deine Beratung ist sehr ehrlich, effizient und hat stets zum Ziel, dass der Mensch den verlorengegangenen Mut und das innere Licht in sich selbst zurückfindet. Tolerant und offen hilfst Du dem Fragenden auf dem spannenden Weg durch den Alltag und vergisst dabei nie, noch eine Extraportion an Rat und Tat folgen zu lassen. Viel Glück, Licht und Liebe auf Deinem eigenen Weg!
Sandra aus Köln