Traumdeutung

TRAUMDEUTUNG

Träume und ihre Bedeutung

Das Träumen ist ein Vorgang in menschlichen Gehirn, der nicht abgeschaltet werden kann. Es gibt zwar Menschen, die behaupten, wenig oder gar nicht zu träumen - dabei handelt es sich jedoch um einen Irrtum. Auch diese Menschen träumen, erinnern sich aber nicht oder wenig an diese Träume und gewinnen deshalb diesen Eindruck.

Ebenso wie der Schlaf an sich, ist auch das Träumen ein für den Menschen notwendiges Bedürfnis. Die Begründung dafür ist simpel: Der Traum dient dem Zweck der Verarbeitung sowohl des Alltags als auch des seelischen Innenlebens. Mag er noch so wirr erscheinen, jeder Traum beinhaltet Gedankenmuster, Erlebnisse und Symbole, die für den Träumer eine persönliche Bedeutung haben und ihn in der ein oder anderen Weise beschäftigen.

Was ist Traumdeutung?

Die Traumanalyse baut auf genau dieser Tatsache auf. Sie geht davon aus, dass die Symbole, Gefühle und Aktionen im Traum eine tiefere und meist symbolische Bedeutung für den Träumenden haben und sozusagen eine nicht selten sehr wichtige Nachricht des Unterbewussten an das Bewusste darstellen, die im Wachleben möglicherweise blockiert wird.

Dabei spielt nicht nur die Symbolik des Traumes eine Rolle, sondern auch dessen Häufigkeit: So deuten wiederkehrende Träume auf ein bestehendes Problem (wie beispielsweise eine persönliche Krise oder innere Blockade) hin, das einer Lösung bedarf. Dementsprechend verschwinden sie oder lösen sich auf, sobald dieses Problem gelöst ist.

Die eigenen Träume zu entschlüsseln und zu deuten, ist also ein wichtiger Schritt, mit dem eigenen Seelenleben in Einklang zu kommen.

Wann und wie entwickelte sie sich?

Die Traumdeutung fand ihre Anfänge bereits in der Antike und ist nachweisbar, seit die Menschen in der Lage waren, ihre Träume schriftlich zu dokumentieren. Durch viele Kulturkreise hindurch wurden erste Traumdeutungen dokumentiert, so auch bei den Ägyptern und Griechen.
Von der Antike bis ins Mittelalter hinein war vor allem die Ansicht gängig, Träume seien Botschaften, die von höheren Wesenheiten wie Göttern oder Dämonen an die Menschen gesendet wurden. Bereits im alten Testament finden sich beim Traumdeuter Daniel ähnliche Motive und Praktiken.

Das Image der Träume als Götterbotschaft hatte jahrhundertelang Bestand, wurde dann aber im Zeitalter der Aufklärung (17. und 18. Jahrhundert) bezweifelt und wandelte sich nach und nach zu einer eher philosophischen Deutung um.

Der Grundstein zur heutigen Art der Traumdeutung wurde im 19. Jahrhundert gelegt. In dieser Zeit kamen die ersten psychologischen Traumdeutungen auf und setzten sich rasch durch.
Maßgeblich beteiligt daran sind Psychologen wie Sigmund Freund und Carl Gustav Jung, nach deren Methoden noch heute teilweise gedeutet wird.

Sigmund Freud, als Pionier der Traumwissenschaft, sah die Träume als eine Möglichkeit, Aufschluss über das Unbewusste Erleben des Menschen zu erhalten. An Prophezeiungen durch Träume glaubte er nicht: Stattdessen seien die Traumbilder eine Mischung aus der Verarbeitung des gerade Erlebten, aber vor allem auch den Erfahrungen in der Kindheit.
Diese würden vom Unterbewusstsein aktiv geblockt, aber durch Träume vermittelt. Die Entschlüsselung der Traumbotschaften ist also nach Freud nötig zur Selbstfindung im Rahmen der Tiefenpsychologie. Mit ihrer Hilfe könnten psychische Leiden, vor allem solche, die auf unterdrückten Traumata beruhen, effektiv erkannt, behandelt und vor allem mitverfolgt werden.

Carl Gustav Jung vertrat hingegen die Ansicht, dass der Traum eine direkt deutliche Darstellung der Inneren Welt des Träumenden sei, die keiner eigenen Assoziationen bedürfe. Stattdessen ging er von der Existenz eines kollektiven Unterbewusstseins aus, d.h. dass alle Menschen gleiche Assoziationen hätten, die nicht von der individuellen Vergangenheit anhingen. Es käme sogar dazu, dass Träume aus Personen in der direkten Umgebung „überspringen". Somit waren für Jung alle Symbole mit einer festen Bedeutung verbunden, die für alle Menschen gültig war.

Wozu wird die Traumdeutung heute gebraucht?

Auch heute noch dient die Traumdeutung vor allem der Selbstfindung und der Befriedigung des Menschlichen Urbedürfnisses nach einer Klärung des Unbekannten, so auch der Träume. Traumdeutung wird daher sowohl privat zum Verständnis einzelner Symbole als auch professionell und ganzheitlich im Rahmen einer Psychotherapie verwendet.

Wie läuft eine Traumdeutung ab?

Für eine erfolgreiche Deutung eines Traumes ist es nötig, möglichst viele Details präsent zu behalten, wofür es mehrere Methoden gibt, die im Abschnitt „Die Kunst der Traumerinnerung" weiter erläutert werden. Ist der Traum genau genug dokumentiert, musst Du die Symbole erkennen und entschlüsseln. Das kann mit Hilfe von Lexika geschehen, es empfiehlt sich aber, auch und gerade die persönlichen Assoziationen mit dem Symbol zu beachten.
Die Gesamtheit der entschlüsselten Symbole gibt einen Einblick auf die aktuelle Gefühlslandschaft und insbesondere auf bestehende Probleme oder Gefühle, auf die das Unterbewusstsein Dich hinweisen will, und deren Beachtung dieses Problem möglicherweise löst. Aufschluss über die Entwicklung führt die längerfristige Beobachtung der Träume, wie eben über das besagte Traumtagebuch.
Im Rahmen einer Psychotherapie kann die Deutung individuell auch verschieden ablaufen - das liegt dann im Ermessen des Fachmannes.

Die Symbolik der Traumdeutung

Direkt vorab: Nicht alles, was in einem Traum vorkommt, kann auch gedeutet werden. Gerade die Assoziationen aus dem tiefen Unterbewusstsein bieten teilweise lediglich Raum für Vermutungen, nicht aber für eine wirklich genaue Analyse. Das liegt daran, dass viele dieser Symbole des Unterbewusstseins derart viele Dimensionen besitzen, dass sie für das Bewusstsein nicht vollkommen fassbar und verständlich sind.

Auch wenn es nahezu unendlich viele verschiedene Symbole und Deutungsmöglichkeiten gibt, so gibt es doch einige Symbolgruppen, die sich in ihrer Bedeutung häufig ähneln und daher verhältnismäßig einheitlich gedeutet werden können. Meistens handelt es sich dabei um solche Gestalten, die rein kulturell mit bestimmten Werten belegt sind und sich daher so oder ähnlich in allen Köpfen finden.

Menschen in Träumen Der Großteil der Träume ist von Menschen bevölkert. Ihre
Bedeutung hängt beträchtlich von persönlichen Erfahrungen, aber auch von der Menge der Menschen - vom Einzelnen bis hin zur Masse - ab.

Träumt der Träumer zum Beispiel von der Familie, so weist das auf die eigene Herkunft und die Emotionen zu ihr hin. Besonders bei Menschen, die in ihrer Kindheit schlechte Erfahrungen machen mussten, spielt dieses Symbol eine große Rolle. In welche Rolle träumt sich der Träumende?
Träume als Kind spielen auf den infantilen, behüteten, aber auch hilflosen Zustand an.
Die Mutter kann für das Behüten, Schützen und Helfen stehen, aber auch für eine Zuneigung, die Erdrücken kann, bis hin zur kontrollsüchtigen Hexe.
Der Vater ist dem Kind üblicherweise ein Vorbild, und steht somit für Verantwortung, Arbeit, aber auch Stolz - ebenso kann er aber eine bedrohliche Übermacht darstellen.
Sieht der Träumer eine oder gar seine Familie aus der Perspektive eines unbeteiligten Dritten, kann das auf eine Entfremdung zu etwas fest Verwurzeltem hinweisen.

Narren und Clowns sind meist emotionsbeladene Traumgestalten und weisen oft auf die Kindheit hin. Sie können als lustige Gesellen und Symbol der Freude ebenso auftauchen wie als verdrehte und furchteinflößende Schauergestalten. Durch ihre oft groteske Erscheinung weisen sie nicht selten auf Ungereimtheiten im eigenen Leben hin.

In machen Träumen treten Weise oder wegweisende Personen auf. Sie deuten auf das Beschreiten eines neuen Weges hin und geben Hinweise und Mitteilungen, die unseren weiteren Lebensweg betreffen. Oft drücken sie den Weg aus, den der Träumende in seinem innersten schon gewählt hat.

Tiere in Träumen

Nicht wenige Tiere besitzen einen kulturellen Symbolwert, der jedem Menschen von Kindesbeinen an beigebracht wird. Sie können aber ebenso auf persönlichen Erfahrungen beruhen und sogar ganze Situationen, die der Träumer mit ihnen verbindet, symbolisieren. In jedem Fall beziehen sie sich auf das innere Seelenleben und / oder das Leben.

Tiere stehen im Traum häufig für die instinktiven, animalischen Regungen und Triebe im Menschen. Dadurch, dass diese unbewusst sind, können sie kaum kontrolliert werden. Die Einstellung des Träumenden zu den jeweiligen Trieben beeinflusst, ob das Traumtier als bedrohlich, helfend oder neutral angesehen wird. So wird ein akzeptierter und genutzter Trieb üblicherweise als verbündetes Tier dargestellt, während unterdrückte Regungen den Träuemden beispielsweise in Tiergestalt verfolgen.

Eine besondere Gruppe bilden Insekten und andere Kleintiere. Da diese von vielen Menschen als ekelig angesehen werden, sind sie im Traum weniger Symbol einer unterbewussten Regung als eher die Darstellung einer kaum überwindbaren Bedrohung im Leben. Dies wird besonders bei Phobikern häufig beobachtet.

Bestimmte Tiere kommen in Träumen besonders häufig vor. Die Schlange zum Beispiel hat ein üblicherweise schlechtes Ansehen der List, „Doppelzüngigkeit" und des Verrats. Durch ihre Giftigkeit symbolisiert sie Gefahr, tritt bisweilen aber auch als weise Beraterin auf, da sie in der Bibel den Menschen die Erkenntnis brachte.
Ein weiteres häufiges Traumtier ist der Affe, der als Verwandter des Menschen oft eine Karikatur desselbigen darstellt.
Der Löwe steht für Mut und oft tritt er auch als Schützer auf. Ähnliches gilt für den Adler, während der Hund häufig als treuer Freund oder wütender Verfolger auftritt. Die Katze hat ihren mystischen Charakter auch in Träumen nicht verloren und ist oft eine Botin.

Die Umwelt in der Traumdeutung

Auch die Umwelt innerhalb des Traumes gibt Auskunft über das Innere des Träumers. Insbesondere sein Verhältnis zu seiner Umgebung und seine Wahrnehmung derselbigen kommen hier zum Vorschein.
Die Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde spielen - ebenso wie Licht und Dunkelheit - eine bedeutungsvolle Rolle in der Traumdeutung, da sie einen Eindruck davon vermitteln, wie der Träumende seine Umwelt wahrnimmt und auf sie reagiert. Ein Feuer beispielsweise kann ebenso bedrohlich wie angenehm sein, wenn man einen Brand mit einem Lagerfeuer vergleicht.
Auch die Interaktion mit dem Umfeld bietet Raum für Erkenntnisse über das eigene Ich.
Träume vom Nacktsein in der Öffentlichkeit oder einem nicht vertrauten Umfeld sind Zeichen für ein Gefühl des Ausgeliefertseins und ein mangelndes Selbstbewusstsein. Ob die Umwelt gefüllt oder leer ist und womit, hat ebenfalls Bedeutung.
Wie bewegt sich der Träumende in seiner Traumwelt fort? Fliegen kann bedeuten, dass ein Drang vorhanden ist, sich aus den Fesseln des Alltags zu befreien. Gibt es trotz Bemühungen kein Vorankommen, weist das auf ungelöste Probleme hin. Treppen und Berge können ein Weg hinauf sein, ebenso aber auch ein Hindernis.

Die Kunst der Traumerinnerung

Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es Menschen, die kaum eine oder sogar gar keine Erinnerung an ihre Träume besitzen. Diese Fähigkeit kann allerdings gelernt und verbessert werden - was beispielsweise für Traumdeutungen und -analysen nötig werden kann. Auch für Klarträume ist es wichtig, diese Fähigkeit zu besitzen.

Um sich möglichst genau an möglichst viele Träume zu erinnern, gibt es viele Möglichkeiten. Die erfolgreichste Methode dazu ist das Anlegen eines Traumtagebuchs, in dem Du Träume direkt nach dem Erwachen so genau wie möglich dokumentierst. Dabei müssen es keine vollständigen Beschreibungen sein, sondern auch im Gedächtnis erhaltene Traumschnipsel solltest Du niederschreiben. Es kommt immer wieder vor, dass mitten am Tag eine Erinnerung zurückkehrt und die Erinnerungen ergänzt werden können. Deshalb lohnt es sich, das Traumtagebuch auch tagsüber mitzuführen.
Ein solches Tagebuch bietet außerdem den Vorteil, die Entwicklung der Träume (und somit des Seelenlebens) über längere Zeit beobachten zu können! Oft ist es sogar die einzige Möglichkeit, sich bewusst und dauerhaft an Träume zu erinnern.
Luzides Träumen


Luzides („helles") Träumen bedeutet, sich während des Traums bewusst zu sein, dass man träumt. Dieses auch Klartraum genannte Phänomen kommt gelegentlich vor, gilt aber auch als erlernbar.
Um einen luziden Traum herbeizuführen, hast Du die Wahl zwischen mehreren Methoden. Die beliebteste davon ist das Einführen sogenanner Reality Checks in den Alltag. Darunter versteht man das regelmäßige Überprüfen, ob das aktuelle Geschehen real ist oder nicht, anhand von verschiedenen Fragen. Sobald diese Checks genügend verinnerlicht sind, führst Du sie automatisch auch im Traum aus, wobei Dir auffallen wird, dass dies ein Traum ist. Das Bewusstsein erwacht hiermit und der Traum wird luzid.

Es gibt ebenso die Möglichkeit, aus dem Wachzustand direkt in einen luziden Traum hinein zu dämmern, anstatt einen normalen Traum zu einem zu machen. Hierzu kann beispielsweise die optischen Erscheinungen während des Einschlafens nutzen, um ein Bewusstsein zu behalten. Auf http://gestalttheory.net/archive/tholeyklartraum.pdf gibt es eine ausführliche Erklärung zu den verschiedenen Methoden, einen Klartraum zu erreichen.

Es lassen sich zwei Arten des Klartraumes unterscheiden: Es gibt solche, in denen der Träumende die völlige Kontrolle hat und auch Traumbilder herbeiführen kann, und solche, in denen der Träumende zwar Entscheidungen fällen, nicht aber den Ablauf des Traums beeinflussen kann.

Die Dauer von luziden Träumen kann von wenigen Sekunden bis einigen Minuten andauern, was für die subjektive Empfindung innerhalb des Traumes nicht unbedingt eine Rolle spielen muss. Ebenso verhält es sich mit der Häufigkeit, die gewöhnlich eher sporadischer als regelmäßiger Natur ist.

Quellen und Links

http://de.wikipedia.org/wiki/Traumdeutung
http://www.traumdeutung-traumsymbole.de/
http://de.wikibooks.org/wiki/Klartraum:_Traumerinnerung
http://www.gofeminin.de/ratgeber/psycho/f8457-traumdeutung-eine-expedition-ins-reich-der-nacht.html
http://www.fassen.de/
http://www.deutung.com/
http://heineken3.uni-duisburg.de/typo3/index.php?id=143
http://de.wikipedia.org/wiki/Traum
http://www.neuro-programmer.de/luzides-traeumen.htm

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