Was sind Runen?
Die meisten Menschen verbinden mit dem Begriff Runen etwas Geheimnisvolles, Mystisches. Doch zunächst handelt es sich bei den fremdartigen Mustern einfach nur um Schriftzeichen, die die Germanen in Steine oder weiche Gegenstände geritzt haben.
Dabei waren die Runen von Anfang an nicht einheitlich, es gab unterschiedliche Alphabete und je nach Region und Zeitalter auch inhaltliche Abweichungen. Ihre Verbreitung erstreckte sich auf den Zeitraum zwischen dem 2. und 14. Jahrhundert n.Chr. Schon die ältesten waren komplette Alphabete mit 24 Zeichen. Sie entstanden wahrscheinlich nach dem Vorbild anderer Schriften, aber als eigenständige Systeme.
Wenige Menschen konnten damals schreiben und lesen. Die Runen wurden daher im Alltag kaum benutzt und entwickelten sich daher nicht zur Gebrauchssprache. Im hochmittelalterlichen Skandinavien war das allerdings anders.
Eine Rune war vielseitig verwendbar. Einerseits stellte sie ein Symbol für ihren Inhalt dar, andererseits war sie ein Buchstabe in einer Lautfolge. Sie wurde als Zahl verwendet und als magisches Zeichen. Daher fand sie häufig Verwendung auf Gedenksteinen oder schützende Inschrift.
Der Ursprung der Runen
Fast 7.000 Runenzeichen sind bekannt, die meisten stammen aus dem skandinavischen Raum der Wikingerzeit. In Deutschland wurden sie überwiegend in den Mooren Schleswig-Holsteins gefunden. Als ältestes Exemplar überhaupt gilt derzeit der Name „harja“ auf dem Kamm von Vimose (2. Jht. n.Chr.). Zwar wurde im deutschen Raum eine Inschrift auf der Fibel von Meldorf aus dem 1. Jht. entdeckt, aber da die Wissenschaft sie nicht richtig entziffern kann, vermutet sie doch eher einen Vorläufer der Runen. (Quelle: www.wikipedia.org)
Die genaue Bedeutung des Wortes „Rune“ ist bis heute nicht abschließend geklärt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird es vereinfacht als „Schriftzeichen (der Germanen)“ übersetzt. Unser „Buchstabe“ leitet sich übrigens von den teilweise benutzten Buchenstäbchen ab.
Die älteste Runenreihe ist das ältere Futhark (fuþark) – so benannt nach den ersten sechs der insgesamt 24 Zeichen. Die nachstehende Übersicht zeigt Dir die Zeichen und ihre Übersetzung.
(Quelle: www.runenkunde.de)
Daneben entwickelte sich zwischen 700 und 800 n.Chr. das jüngere Futhark mit 16 Runen. Außerdem gibt es ein angelsächsisches Alphabet mit 33 Zeichen und das von Guido von List in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erschaffene und sehr umstrittene Futhark mit 18 Runen. Unter www.runenkunde.de findest Du hierzu weitere Informationen.
Insgesamt zeichnen sich die klassischen Runen durch fehlende geschwungene oder waagerechte Linien aus, erst in jüngster Zeit entdeckten die Forscher auch solche Zeichen. So bleibt die Wissenschaft der geheimnisvollen Schrift weiter spannend – auch, weil sich die Runen im Laufe der Zeit veränderten und manche Übersetzung bis heute umstritten ist.
Die Magie der Runen
Schrift war immer schon etwas Mystisches, denn wenige Menschen hatten einen Zugang dazu. Daher auch die häufige Verwendung auf Amuletten, bei Opferzeremonien usw. Besonders in den nordischen Ländern wurde ihre Verwendung als magische Zeichen nachgewiesen. Südlichere Funde dagegen erwiesen sich eher als Alltagsrunen.
Heute werden Runen vor allem als Kraftspender, Orakel, zur Selbsterkenntnis oder für ähnliche Zwecke verwendet. Vielleicht hast Du Dich auch schon einmal mit ihrer Sprache beschäftigt und ihre geheimnisvolle Macht erforscht.
Der Gott der Runen ist Odin. In der nordischen Liedsammlung Edda wird im 5. der Hávamál (Des Hohen Lied), Odins Runenlied, erzählt, dass Odin bei seiner Selbstopferung neun Tage kopfüber in Yggdrasil, der Weltesche, hing und sich nur befreien konnte, weil er das Wesen und die Kraft der Runen erkannte.
In weiteren Liedern der Edda werden aber auch Verwendungsweisen der Runen im Alltag beschrieben.
Das ältere Futhark
Hauptsächlich werden die 24 Runen des älteren Futhark als Grundlage für Befragungen usw. verwendet, denn alle jüngeren Runenreihen leiten sich von diesen ab.
Was bedeuten aber nun die Symbole, die Du weiter oben schon kennengelernt hast? Unter www.wikipedia.org findest Du dazu eher wissenschaftlich orientierte, aber höchst interessante Darstellungen, ebenso einiges zu den Übersetzungen. Internetseiten wie www.runenmagie.de, www.runenkunde.de oder www.runen.net dagegen zeigen Dir, was genau die einzelnen Symbole bedeuten, wann sie wie eingesetzt werden und welche Wirkungen sich daraus ergeben. Leider sind die Angaben nicht immer deckungsgleich, aber das resultiert wohl, wie schon gesagt, aus den geschichtlichen Bedeutungsschwankungen der Runen.
1. F = fehu = das Vieh
Die Rune zeigt die beiden Hörner eines Rindes. Vieh bedeutete Reichtum. Fruchtbarkeit kann eine reale, aber auch eine im übertragenen Sinne gemeinte Geburt ankündigen, also etwas Neues. Wohlstand und soziale Anerkennung können in Kürze eintreten, auf der negativen Seite kann aber auch alles wieder verloren gehen. Nicht zu vergessen: Es kann sich auch um Reichtum im spirituellen Sinne handeln, den Du pflegen musst.
2. u = uruz = Ur, Auerochse
Der Auerochse ist inzwischen ausgestorben, aber er symbolisiert weiterhin die Ur-Kraft. Er steht für Stärke, Vitalität und Freiheit. In dieser Rune steckt eine hohe Wirkungskraft. Sie verstärkt im Positiven die anderen Runen, fördert die Heilungskräfte, kann auf der anderen Seite aber auch zerstörerisch wirken – was sowohl positiv als auch negativ sein kann. Nutze Deine Stärke, aber nicht gegen andere, sondern für Dein geistiges Vorankommen.
3. þ (th/Theta) = þurisaz/thurisaz = Riese
auch: Dorn
Die Unglücksrune. Doch Zerstörung eröffnet neue Möglichkeiten und die Rune warnt Dich vor dem Bösen oder vor unangenehmen Überraschungen und weist Dich gleichzeitig auf Deine innere Stärke hin. Vielleicht ist dann der Weg frei für ein Leben voller Liebe.
Setzt Du sie zum Schutz ein, zieht sie eventuell anschließend das Glück an. Andererseits zerschlägt sie alles unaufhaltsam, was sowohl positiv als auch negativ wirken kann.
4. a = ansuz = Ase
auch: Mund
Die Wahrheitsrune. Sie symbolisiert Odins Mund und steht für klärende Gespräche. Sie ist günstig für alle kommunikativen Berufe und kann auch beklemmende Gefühle vertreiben. Ignoriere unangenehme Wahrheiten nicht, sondern lerne aus ihnen und folge dem Weg der Wahrheit.
5. r = raido, raidho = Ritt, Wagen, Rad
Die Rune für Reisende –wörtlich und im übertragenen Sinne. Das Symbol zeigt Dir, dass der eingeschlagene Weg stimmt. Das Ziel: innere Harmonie. Sie kann bestehende Blockaden beenden. Das Rad steht für die zyklische Lebensreise. Alles hat auch sein Gegenteil, im Jahreslauf (Winter – Sommer), in Deinen Lebenslagen (Glück – Unglück) oder im Leben (Licht – Schatten). Die Kunst besteht darin, in diesem Wissen die jeweilige Situation auch anzunehmen.
6. k = kaunan = Geschwür
auch: kano, ken, kenaz = Fackel
Die Rune der Liebe und des künstlerischen Erfolges. Andere Interpretationen sprechen von Erleuchtung und Wissen. Beide sprechen damit die Intuition an, die Erkenntnis und den Beginn eines neuen Lebensweges.
7. g = gibo, gifu, gyfu, gebo = Gabe, Geschenk
Geben und Nehmen gehören zusammen. Wer nur nimmt, verliert damit seine spirituellen Gaben. Und wer nur gibt, verliert sich selbst. Ursprünglich bedeutete diese Rune die göttlichen Gaben – s. Odins Runenlied –, heute kann es sich um Geschenke aller Art handeln oder auch um die Zuwendung in einer Partnerschaft.
8. w = wunjo, wynn = Wonne, Glück
Die Glücksrune. Sie steht für den guten Ausgang einer Sache und für die Lösung von Problemen. Allerdings wird Dir dies nur mit innerer Ausgeglichenheit und aktivem Bemühen gelingen.
9. h = haegl, haglaz = Hagel
Der Hagel der Zerstörung reinigt die Atmosphäre und am Ende wartet etwas Neues, Positives. Im übertragenen Sinne wird es für Dich Zeit, Herausforderungen anzunehmen und zu meistern. Dabei verschwindet die Angst vor der großen Aufgabe.
10. n = nyd, nauthiz, naudiz = Not, Bedürfnis
Erkenne Deine wirklichen Bedürfnisse und verwechsle sie nicht mit Deinen Wünschen. Das ist die Bedeutung dieser Rune. Nimm an, was ist, denn für Deine wahren Bedürfnisse ist gesorgt.
11. ei, i = eisa, is, isa, isan = Eis
Das Eis steht für den Stillstand, der aber nichts Negatives sein muss. Erkenne Dich selbst, nutze die ruhige Zeit, denke nach und finde zu innerer Stärke.
12. j = jara, jera, jeran = (gutes) Jahr, Ernte
Die Zeit der Ernte offenbart zweierlei: Einerseits erhältst Du die Früchte früherer mühsamer Arbeit, andererseits musst Du Dich gerade durch diese Mühen wieder für zukünftige kalte Tage beweisen. Du fährst den Erfolg für vergangene Plage ein, aber darfst in Deinen Bemühungen nicht nachlassen, um dafür später erneut ernten zu können. Es ist der Rhythmus des Lebens, der hier zu spüren ist, das Auf und Ab der Jahreszeiten und in Deinem eigenen Lebenszyklus.
13. i = i(h)gwaz, eiwahz, eoh = Eibe
Odin hing an der Eibe, bis er durch die Erkenntnis der Runen Erlösung fand. Diese Rune steht für die Hindernisse, die überwunden werden, damit sich Erfolg einstellt. Der Weltenbaum symbolisiert Anfang und Ende, Leben und Tod. Es ist die Zeit des Neubeginns, was nur gelingen kann, wenn Du Dich vom Alten löst, trotz Deiner Angst.
14. p (sehr selten) = perth, pertho, perthro, peord = Würfelbecher
evtl. auch perþō, perþrō oder pezdō
Der Würfel steht für den Zufall und das Leben scheint nur daraus zu bestehen. Jede Situation fordert von Dir Entscheidungen. Diese auch zu fällen, darin liegt Deine Kraft. Verzichtest Du darauf, überlässt Du alles dem Zufall und verlierst an Stärke. Willst Du das Spiel gewinnen, vertraue auf das Schicksal und bestehe gleichzeitig auf deinem Recht zur Wahlfreiheit.
15. –z, -R (Endungskonsonant) = algiz, eolgz = Elch
Die Rune zeigt das Elchgeweih von vorn. Der nordische Elch ist ein starkes Tier und das Symbol bedeutet großen Schutz. Diesen findest Du natürlich in Dir selbst.
16. s = sowulo, sowelu, sowilo, sigel = Sonne
Ein kraftvolles Symbol, das der Rune „is“ entgegenwirken kann. Es erhellt und besiegt damit die Dunkelheit. Es hilft Dir, Probleme zu lösen und ans Licht, d.h. zum Erfolg zu kommen.
17. t = teiwaz, tiwaz, tir, tyr = Himmelsgott, Thyr
Tyr, der Kriegsgott, weist den Weg zu neuen Aufgaben, die Du furchtlos in Angriff nehmen sollst. Er opferte für einen anderen Gott einst seine Hand dem Fenriwolf. Der Krieger in Dir nutzt sein Wissen und seine Fähigkeiten. Bist Du tapfer und gerecht, wird die Wahrheit am Ende siegen.
18. b = berkana, berkanan, berk(a)no = Birkenzweig; oder berko = Birke
auch: beorc
Die Birke ist ein besonderer Baum. Sie ist ein Überlebenskünstler und wird bis heute zur Austreibung des Bösen verwendet. Sie steht für den Neubeginn, die harte Zeit des Anfangens, wo Ziele noch in weiter Ferne zu sein scheinen. Das Alte ist vorbei, neue Beziehungen sind möglich, eine Neuordnung des Lebens auf ganzer Linie.
19. e = eh, ehwaz = Pferd
Die Kraft des Pferdes trägt den Reiter. Es ist ein treuer Gefährte, stolz, aber treu und bescheiden. Auch zwei Menschen können als Gefährten neuen Zielen entgegengehen. Wichtig ist die Loyalität zueinander, dann kannst Du alles erreichen.
20. m = man, mann, mannaz = Mensch
Dein eigenes Ich. Dein Schicksal liegt in Deiner Hand. Der spirituelle Weg ist schwierig, übersät mit Herausforderungen und Hindernissen, aber vielleicht bekommst Du bald Unterstützung. Geh optimistisch und voll Vertrauen Deinen eigenen Weg.
21. l = lagu, laguz = Wasser, See, Meer
auch: laukaz = Lauch
Alles fließt. Der Rhythmus der Natur wird vor allem vom Wasser bestimmt. Nicht umsonst spricht man vom Strom des Lebens. Deine Aufgabe ist es, Dich einzufügen und ihm zu folgen. Vertraue intuitiv darauf – Träume können hier helfen –, finde Harmonie und Ausgeglichenheit im Leben, werde aktiv und lebe im Einklang mit der Natur.
22. ng = ingwaz, ing, inguz = Gott Ing
Der altgermanische Gott Ing oder Ingwio steht für Fruchtbarkeit und herrschte über das Wachstum der Erde. Wie bei einer Schwangerschaft befindest Du Dich in einer Zeit des tätigen Abwartens, bis sich die Lösungen für Deine Fragen einstellen. Beweise Geduld und lebe ganz im Heute, getrieben von Deinem inneren Feuer, bis Du Erkenntnis erlangst.
23. d = daeg, dagaz = Tag, Licht
Diese Rune steht für das Positive im Leben. Das Licht des Tages wird Dir neue Erkenntnisse bringen, die Dich weiterführen. Solange Du wahrhaftig bist, bleibt Dir das Glück treu und Du wirst Stärke und Erfolg erfahren.
24. o = oþalan, oþala, oþila, oþalaz, oþel (þ = th) = Stammgut, Landbesitz
Im übertragenen oder auch realen Sinne kannst Du eventuell ein Erbe erwarten. Aus der Vergangenheit stammt Dein Besitz, Dein (auch geistiges) Eigentum. Die Vergangenheit wirkt auf die Gegenwart. Wie beeinflusst die Tradition Dein Leben im Heute und für die Zukunft? Nur die eigene Veränderung hat Wirkung und kann neue Realitäten schaffen. Wofür stehst Du? Was willst Du? Behalte das immer im Auge und bedenke, dass Besitz auch wieder zu Verlust führen kann.
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Gabi aus München
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Sylvia S. aus Troisdorf
Hallo Zita, danke für die professionelle Unterstützung. Es hilft mir sehr, wenn Du mit neuen und ganz überraschenden Aspekten auf meine Fragen antwortest. Deine Beratung ist sehr ehrlich, effizient und hat stets zum Ziel, dass der Mensch den verlorengegangenen Mut und das innere Licht in sich selbst zurückfindet. Tolerant und offen hilfst Du dem Fragenden auf dem spannenden Weg durch den Alltag und vergisst dabei nie, noch eine Extraportion an Rat und Tat folgen zu lassen. Viel Glück, Licht und Liebe auf Deinem eigenen Weg!
Sandra aus Köln
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