Kräuter von A bis Z

Kräuter von A - Z
Grundlage vieler Hausrezepte sind Kräuterpflanzen, die durch ihre Wirkstoffe Heilwirkungen auslösen oder die Sinne anregen. Kräuterwissen umfasst nicht nur Kenntnisse der richtigen Verwendung sondern auch Wissen über die wirksamen Pflanzenteile, den richtigen Erntezeitpunkt und die richtige Aufbereitung. Viel hilft nicht immer viel, oft ist es die richtig abgestimmte Kombination verschiedener Kräuter, die Heilung ebenso wie die richtige Würze bringt.

Uraltes Wissen

Die Kenntnis der Kräuter und um den richtigen Umgang mit ihnen gehört zum uralten Menschheitswissen in allen Kulturkreisen. Das zunächst mündlich von Heilkundigen und Schamanen auf ausgewählte Schüler übertragende Wissen wurde recht frühzeitig in Schriftrollen und Pergamenten festgehalten. Schon Paracelsus befürwortete eine intensive Nutzung einheimischer Kräuter. Als Wegbereiter der Signaturenlehre vertrat er die Überzeugung, dass Heilpflanzen am besten dort wirken, wo sie wachsen. In seinem Sankt Galler Klosterplan erließ Karl der Große 812, dass in jedem Kloster nützliche Kräuter anzubauen seien. Hildegard von Bingen war es später, die umfangreiche Werke zur Heilkraft einheimischer Pflanzen verfasste und die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten aufzeigte. Am bekanntesten unter den zeitgenössischen Heilkundigen ist nach Sebastian Kneipp wohl Maria Treben. Sie verfasste den Bestseller "Gesundheit aus der Apotheke Gottes", der viele Menschen inspirierte und für die sie umgebende Natur sensibilisierte.

Küchenkräuter

Heute sind Kräuter oftmals nur noch in ihrer Anwendung als Küchenkräuter bekannt. Dennoch stammt auch ihre Anwendung im Ursprung aus einer wohltuenden Wirkkraft. Diese Küchenkräuter sind im Handel erhältlich und leicht auf der Terrasse, in Blumentöpfen oder auf dem Balkon kultivierbar.

Majoran: Die in den krautigen Bestandteilen enthaltenen Bitter- und Gerbstoffe wirken verdauungsfördernd und krampflösend bei Bauschmerzen oder Gallenbeschwerden. Äußerlich ist vor allem eine Mixtur aus Butter als sanfte Erkältungssalbe für Säuglinge geeignet.

Thymian: Der bedeutsame Wirkstoff Thymol und die enthaltenen Bitter- und Gerbstoffe wirken desinfizierend und schleimlösend, weshalb sich das Kraut als hochwirksamer Aufguss bei Erkrankungen und Infektionen der Luftwege wie auch des Rachenraumes bewährt hat.

Rosmarin: Die ätherischen Öle und organischen Säuren des Rosmarins regen den kreislauf an und harmonisieren das Nervensystem. Außerdem wirkt Rosmarin als Tee aufgebrüht verdauungsfördernd und anregend auf die Blutzirkulation.

Bohnenkraut: Die Wirkstoffe des Bohnenkrauts sind nicht nur wohlschmeckend und verdauungsfördernd sondern wirken auch heilend bei Parkinson, Gicht und Rheuma.

Petersilie: Sowohl die krause als auch die gefiederte Form sind äußerst reichhaltig an Mineralstoffen, Eisen und Vitamin C. Frisch oder getrocknet wirkt Petersilie heilend bei Erkrankungen der Harnwege, bei Gicht und Arthrose.

Heil- und Wildkräuter
Schon beim Streifzug über nahegelegene Wiesen oder Feldraine offenbart sich oft ein kleiner Fundus ungeahnter Ressourcen.

Brennnessel: Die unbequeme Pflanze entpuppt sich nicht nur als aromatisches Blattgemüse sondern auch als hochwertiger Mineralstoff- und Vitaminspender. Sie enthaltenen Gerbstoffe wirken im Darmtrakt entzündungshemmend, unterstützen die Harnbildung und fördern den Stoffwechsel.

Gänsefingerkraut: Der zarte Bodendecker mit den gelben Blüten wirkt krampflösend bei Durchfall oder Menstruationsbeschwerden sowie entzündungshemmend z.B. bei Zahnfleischentzündungen.

Johanniskraut: Die ölhaltigen Blüten werden um den 24. Juni geerntet und haben eine vielseitige Wirkung von blutdrucksenkend, beruhigend, stimmungsaufhellend bis hin zu zusammenziehend.

Schachtelhalm: Diese Pflanze aus Urzeiten enthält bis zu 20% Kieselsäure sowie Flavonoide und wirkt äußerst ausleitend und das Immunsystem stimmulierend.

Schöllkraut: Diese Pflanze mit dem gelblichen Milchsaft enthält Alkaloide wird äußerlich angewendet und wirkt sehr gut gegen Warzen.

Spitzwegerich: Die hübsche Pflanze ist überall zu finden und sowohl innerlich als Schleimlöser als auch äußerlich gegen Insektenstiche hervorragend anwendbar.

Diese Liste ist um viele weitere Kräuter erweiterbar. Unter www.kraeuter-verzeichnis.de findet sich ein umfangreicher Almanach einheimischer Kräuter mit allen wichtigen Informationen. Oftmals verfügen auch die Großmütter oder Tanten über ein reichhaltiges Wissen, das es sich durchaus zu erforschen lohnt.

Neben den Garten oder Heilkräutern finden sich auch die wohlriechenden Duft- und Teekräuter. Heimische bzw. leicht zu kultivierende Duftkräuter sind beispielsweise:
Basilikum
• Fenchel (in seiner üppig wachsenden Form)
• Kerbel (leichter Anis-Duft)
• Labkraut (Honig-Duft)
• Lavendel
• Mädesüß
• Minzen und Melissen
• Salbei


Kräuter und Heilpflanzen bilden die Basis vieler Heil- oder Wellnessanwendungen. Die Bachblütentherapie und die Homöopathie sind nur einige Anwendungsgebiete. Nahezu jede Pflanze hat ihren eigenen Geschmack oder eine bestimmte Heilwirkung. Vieles ist auch in Vergessenheit geraten. Noch vor 50 Jahren knabberten die Kinder die Hirtentäschelherzchen oder die Kerne der „Jungfer im Grünen“ als Nascherei. Ein Blick in alte Bücher eröffnet oftmals kleine überaus interessante Welten.

Ernten und verarbeiten
Wer Wildkräuter sammeln möchte oder größere Mengen im Garten anbaut, sollte sich – beispielsweise unter www.kraeuter-garten.net – informieren, welche Kräuter zu welchen Tageszeiten und mit welchen Bestandteilen geerntet werden können. Die beste Würzkraft wird erzielt, wenn sie taufrisch und vor Tagesanbruch geerntet werden. Der Gehalt an ätherischen Ölen ist in der heißen Mittagszeit am geringsten. Auch bei abnehmendem Mond sollte eine Ernte vermieden werden, da Heil- und Würzkraft nachlassen. Es sollte zudem darauf geachtet werden, dass wild gesammelte Pflanzen keiner Schadstoffbelastung oder sonstiger Verschmutzung z.B. an Straßen ausgesetzt sind. Wer sich aus der Natur bedient, sollte freilich auch sorgsam mit ihr umgehen und daher nur die benötigten Pflanzenteile ernten.

Je nach Anwendungszweck können die Pflanzenteile entweder getrocknet oder in Tinkturen bzw. Essenzen angesetzt werden. Zum Trocknen werden die Kräuter gebündelt und an einem dunklen, staubfreien Ort aufgehängt. Zur anschließenden Aufbewahrung werden sie zerrieben (gerebelt) und in einem dicht verschlossenen aromasicheren Gefäß verschlossen. Je nach Geschmack und Anwendung können nun aromatische Tees und Gewürzmischungen komponiert werden, bei den Heilmischungen ist jedoch Sorgfalt und das richtige Mischungsverhältnis angebracht. Zum Ansetzen in Tinkturen oder Auszügen werden die Kräuter gereinigt, in saubere Gefäße gesetzt und mit Ölen bzw. Alkohol aufgefüllt. Hierfür bieten sich dunkle Flaschen an, die einige Zeit gelagert werden sollten, damit sich die Wirkstoffe in der gewünschten Weise entfalten können. Geeignete Rezepte finden sich unter www.kraeuterallerlei.de oder www.kraeuterland.net.

Der Kräutergarten

Sofern die Möglichkeit besteht, bietet sich die Anlage eines eigenen Kräutergartens an. Viele spezialisierte Fachhandlungen wie der Syringa-Pflanzenversand www.syringa-pflanzen.de oder die Gärtnerei Rühlemanns www.kraeuter-und-duftpflanzen.de bieten ein reichhaltiges Angebot von Pflanzen und Saatgut, um einen zauberhaften Garten zum Entdecken und Genießen anzulegen. Nicht nur Kinder lieben es, durch den Garten zu streifen und zu schnuppern oder zu probieren. Aromatische Erdbeerminze, blau blühender Lein oder würziger Kampfer – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Literatur:

Wighard Strehlow: Die Ernährungstherapie der Hildegard von Bingen
Apotheker M.Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen
George Carter: Das Garten-Praxisbuch Kräuter

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